Mooney war der Inbegriff hochwertigen Leichtflugzeugbaus. Doch das scheint Vergangenheit zu sein. Nach der derzeitigen Informationslage geht eines der traditionsreichsten Unternehmen in der US-amerikanischen Luftfahrtgeschichte seinem Ende entgegen. Mooney Aircraft stellte die Produktion in den letzten Tagen komplett ein und entliess sämtliche noch verbliebenen 229 Mitarbeiter. Dabei galten die eleganten und flotten Viersitzer als die Edelsten und Schnellsten unter den Einmotorigen. Leistungsüberlegen den Mitbewerbern gegenüber, aber offenbar nicht im Preis.

Eine lange und bewegte Geschichte

Albert Mooney, der Gründer der Firma, prägte seit den fünfziger Jahren die Firmengeschichte, an dem auch seine Nachfolger festhielten. Seine M20 galt als die erfolgreichste Serie innerhalb der verschiedenen Modelle, wie etwa der M20A aus 1955 und der letzte Entwurf des M20V Ultra. Auch der Einsatz des Porsche PFM 3200 brachte nicht den erhofften Erfolg.

Schon einmal war Mooney an den Rand des Konkurses gerutscht. Mit chinesisch-amerikanischem Kapital versuchte das Unternehmen 2013 den Neustart. In Oshkosh gab der Hersteller 2018 seine Absicht bekannt, eine jährliche Rate von 20 Flugzeugen im gleichen Jahr zu erreichen, und hoffte, sie 2019 zu verdoppeln und bis 2020 sogar 50 Einheiten zu erreichen. Diese ehrgeizigen Ambitionen sind leider längst verflogen. 2018 lieferte Mooney nach Angaben der GAMA 14 Flugzeuge für insgesamt 10,7 Mio. USD aus. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 wurden dann nur noch vier M20V Acclaim (3.347 Millionen US-Dollar) ausgeliefert. Zu wenig, um 229 Mitarbeiter weiter zu beschäftigen.

Das Ende eines angesehenen Unternehmens

Sechs Jahre nach seiner Wiederbelebung stürzt der amerikanische Hersteller nun erneut ab. Damit scheint das Schicksal dieses einst angesehenen Unternehmens endgültig besiegelt zu sein. Über 11'000 Maschinen verliessen in den vergangenen 60 Jahren die Werkhallen in Kerville /Texas, die nun geschlossen bleiben.