Vito Wyprächtigers Erfolge im über 9000 Kilometer entfernten Nevada blieben der breiten Öffentlichkeit verborgen. Mit der der Zuschaustellung des Rennflugzeugs in Luzern wird nun auch weiteren Kreisen die Geschichte des ersten Nicht-Amerikaners, der in Reno ein Formula One Rennen gewann, bekannt gemacht.  

Oris wird Partner

Vito Wyprächtiger suchte als Pilot schon immer nach besonderen Herausforderungen, etwa im Kunstflug, bei den Flying Bulls oder als Renningenieur im Red Bull Air Racing-Zirkus. Der 1981 geborene Baselbieter verfügt über hervorragende fliegerische Skills und seine Erfahrung von über 1000 Stunden auf einmotorigen Hochleistungsflugzeugen ist beeindruckend. Parallel zu seiner fliegerischen Karriere bildete er sich laufend im technischen Bereich weiter.    

Wyprächtigers Idee, in Reno Rennen zu fliegen, war verblüffend, aber entspricht seiner Art. Der damals noch sehr junge Pilot war schon immer ausserordentlich zielorientiert und ambitioniert. Es gelang ihm, Oris SA für seine Idee zu begeistern. Die Hölsteiner Uhrenmanufaktur und der Pilot aus dem  gleichen Kanton passten zusammen: Bereits bei der ersten Teilnahme flog Vito auf den zweiten Platz, wurde als Rookie of the Year gewählt und brachte dem «Oris Big Crown Air Racing Team» viel Ehre ein!

Das Swiss Air Racing Team entsteht

Wenn man beim ersten Einsatz schon Zweiter wird, dann bleibt für die weitere Zielsetzung «wenig Raum»: Siegen! Das war jedoch leichter gesagt, als getan. Die Konkurrenz rüstete auf und in allen technischen Disziplinen bedeutet Stillstand Rückschritt. Max Ungricht wurde angefragt, ein Team zu gründen und die technischen und organisatorischen Belange des Teams zu übernehmen. Das war die Geburtsstunde das Swiss Air Racing Teams.

Air Racing ist untrennbar mit Aerodynamik verbunden. Nur naheliegend, dass hier die Prioritäten gesetzt werden. Mit RUAG Aviation wurde ein Partner gefunden, der eben über diese Kompetenzen verfügt (z.B. Windkanal). Im Jahr 2013 konnte erstmals das aerodynamisch überarbeitete Rennflugzeug eingesetzt werden. RUAG-Experten errechneten, designten und bauten ein neues Turtle Deck und Mecaplex fertigte das passende Canopy dazu. Swiss finish vom Feinsten: Die neuen Teile passten millimetergenau, und Vito flog mit seiner «Scarlet Screamer» zum grossartigen Sieg!

Hightech für die Zukunft

Rennsport geht immer auch mit Innovationen einher. Mit der österreichischen Unternehmung Bionic Surface Technologies stiess 2012 ein Hightech-Start-up zum Team, das mit bionischen Oberflächen experimentierte (Riblets). Solche widerstandsvermindernden Oberflächen können in vielen Anwendungsbereichen eingesetzt werden. Die heute praxistaugliche Technologie kann zum Beispiel den Energieertrag einer Windanlage um 6% steigern und gleichzeitig die Lärmemission um 5% reduzieren. In Kürze soll eine Boeing 747 den Nachweis erbringen, dass bis zu 4% Treibstoff eingespart und damita uch CO2 reduziert werden können.

Die Ausstellung ist eröffnet

Am 12. Oktober lud das Verkehrshaus zum Eröffnungsanlass. Weit über 200 Personen fanden sich dazu ein. Nachdem der Leiter Ausstellung und Sammlung des Verkehrshauses Schweiz, Daniel Geissmann, die Gäste begrüsst hatte, führte Max Ungricht als Technical Director des Teams durch den Abend. Die Referenten Michael Meier (Oris), Lukas Billeter (RUAG) und der Bionic-CEO Dr. Andreas Flanschger («Weltweit erstes Rennflugzeug, welches mit Riblets ein Rennen gewann!») trugen das ihre zum gelungen Event bei.