Die Golf Airline Emirates war letztes Jahr die sicherste Airline der Welt. Mit einem Risikoindex von 95,48 Prozent liegt sie nur knapp vor einer weiteren Golf-Airline, der Etihad Airways (95,21 Prozent). Vorjahressieger Finnair erreichte den vierten Platz, hinter der spanischen Air Europa, die somit als sicherste europäische Fluggesellschaft aufgeführt ist. Das ergab das jährliche Sicherheitsranking des Hamburger Flugsicherheitsbüros JACDEC. Fluggesellschaften aus dem deutschsprachigen Raum landeten im Mittelfeld, etwa die Swiss auf Rang 51, Lufthansa auf Rang 56 und Austrian Airlines auf Rang 65. Die Bewertung umfasst die weltweit 100 Airlines mit der grössten Verkehrsleistung und beruht auf deren Unfallhistorie der vergangenen 30 Jahre, der länderspezifischen Umgebung, in der sie operiert, sowie auf spezifischen Risikofaktoren. Sie belohnt somit Airlines mit jahrelang unfallfreiem Flugbetrieb.
Weniger Tote bei steigendem Passagierluftverkehr
2019 gilt als eines der sichersten Jahre in der kommerziellen Luftfahrt. Die Statistik zeigt auch, dass es in der Schweiz und der Europäischen Union keinen einzigen Verunglückten in der Zivilluftfahrt gab. Unglücke mit Militärmaschinen oder Flugzeuge mit weniger als 14 Passagiersitzen wurden statistisch nicht erfasst. Im letzten Jahr setzte sich somit der seit Jahrzehnten erkennbare Trend fort, dass es bei stark steigendem Passagier-Luftverkehr immer weniger Tote bei Unfällen gibt. 2019 beförderten die der IATA angeschlossenen Airlines rund 4,5 Milliarden Passagiere, das sind 14 Mal so viele wie noch 1970. Die statistische Wahrscheinlichkeit, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, sank seit 1970 im Schnitt von einem Verhältnis von 1:264‘000 auf 1:15‘874‘000. Somit ist Fliegen 60 Mal sicherer als in den Siebzigerjahren. Seit Jahren sind die Sicherheitsstandards weltweit gestiegen. Auch tragen verbesserte Ausbildung der Besatzungen und die weltweite Vernetzung der Luftfahrtindustrie dazu bei, aus Unfällen zu lernen und das Fliegen insgesamt sicherer zu machen.
Über JACDEC
Laut Widipeida steht die Abkürzung JACDEC für Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre. Die Autoren Jan-Arwed Richter und Christian Wolf bieten unter diesem Namen ein Flugsicherheits-Ranking von Fluggesellschaften als Dienstleistung an. Die JACDEC-Datenbank dient als Basis für Statistiken zur Häufigkeit der Verluste bei den verschiedenen Flugzeugtypen und Fluggesellschaften. Eine JACDEC-spezifische statistische Masszahl ist der JACDEC Safety Index, ein Index, der den Vergleich der Flugsicherheit von Fluggesellschaften ermöglichen soll. Die Grundidee des Indexes ist es, Todesfälle und Flugzeugtotalverluste zu den geflogenen Kilometern mit ertragbringenden Passagieren in Relation zu setzen. Eine Fluggesellschaft ohne tödliche Unfälle und ohne Flugzeugtotalverlust hat den Indexwert 0,000 bzw. 0,001. Kritisiert wird das Ranking unter anderem, weil der JACDEC-Index keine Aussagen über den aktuellen Sicherheitsstandard einer Fluggesellschaft zulässt. Auch werde keinerlei Schuldfrage bei Unfällen berücksichtig. Die statistische Unfallhistorie differenziere auch nicht nach Unfallursachen. Ob technisches Versagen, menschliche Fehler, Wettereinflüsse oder Terrorismus: alle Unfälle werden als gleiches Risiko für den Fluggast erfasst.