Die Umsetzung der von den ESA-Mitgliedstaaten beschlossenen Santionen gegen Russland hat Auswirkungen auf die laufenden Programme der ESA. Beispielsweise auf das ExoMars-Projekt. Diese Sonde hätte voraussichtlich im Verlaufe dieses Jahres ab dem russischen Weltraumbahnhof in Baikonur ins All geschossen werden sollen. Nun wurde das Projekt sistiert.
Keine Sojus-Starts in Französisch-Guayana
Für Galileo M10, Galileo M11, Euclid und EarthCare war ein Sojus-Start in Französisch-Guayana vorgesehen. Die ESA bewertet nun die Startdienste Ariane 6 und Vega-C und wird im Vorfeld der ESA-Ratssitzung im Juni für jede dieser Missionen eine Basis- und eine Backup-Option vorschlagen. Laut Daniel Neuenschwander, ESA-Direktor für Raumtransport, wird die Arbeit an Massnahmen zur Sicherung der Kontinuität der Vega-C-Startdienste und zur Gewährleistung der maximalen Anzahl von Ariane-6-Startdiensten für institutionelle Missionen im Zeitraum 2023/2024 fortgesetzt.
Zusammenarbeit mit europäischen Mikro-Startdiensten
Zudem prüft die ESA im Einklang mit ihrer Agenda 2025, die auf die Entwicklung einer zunehmend autonomen und kommerziell robusten europäischen Raumfahrtkapazität abzielt, auch Möglichkeiten zur Nutzung sogenannter Mikro-Startdienste, die derzeit von privaten Unternehmen in Europa entwickelt werden. Neuenschwander ruft europäische Unternehmen, die an Microlaunchern arbeiten dazu auf, der ESA solide technische Informationen über den Stand ihrer Entwicklungen zu liefern. Ziel sei es, dem ESA-Ministerrat im November 2022 fundierte Vorschläge über ihr Potenzial zur Unterstützung europäischer institutioneller Missionen zu unterbreiten. Diese Vorschläge können einen Antrag auf Einleitung eines wettbewerbsorientierten Auswahlverfahrens für einen Preis für einen Mikrostartdienst zum Start einer ESA-Mission, möglicherweise im Jahr 2024, beinhalten.