Die über 100-Jährige-Traditionsmarke Piaggio hatte bereits bessere Zeiten durchlaufen. Der italienische Flugzeughersteller steht zum Verkauf.

Zivile und militärische Zertifizierungen

Nach den Typen Avanti I und II erfolgte mit der Avanti P.180 EVO die vorerst letzte zivile Version. Daraus abgeleitete wurde die P.180 EVO Plus als militärische Version, die bereits als Avanti- und Avanti II-Flugzeuge in den italienischen Streitkräften (Luftwaffe, Marine, Armee und Carabinieri) ihren Dienst versehen. Als Avanti P.180 EVO Plus sollen dann fünf weitere Flugzeuge an die italienische Luftwaffe geliefert werden.

Die ersten Flugzeugzellen befinden sich bereits in der Endmontage und der Erstflug des ersten EVO Plus-konformen Flugzeugs wird Anfang 2022 erwartet, wobei sowohl zivile als auch militärische Zertifizierungen in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 erwartet werden.

Insolvenz angemeldet

Das reicht aber nicht auf Dauer zum Erhalt des Betriebes, bei dem 940 Mitarbeiter beschäftigt sind. So gab es im vergangenen Jahr keine Neuauslieferung der Avanti P.180 EVO. Zwar sind andere Werksbereiche mit der Teileherstellung von Triebwerken und der Überholung kompletter Triebwerke kontinuierlich beschäftigt. Eine Finanzspritze gab es zusätzlich durch die Auftragsvergabe der italienischen Regierung zur Überholung der Triebwerke seiner Chinook-Hubschrauberflotte.

Aber es müssen neue Kunden gefunden werden, wie auch neue Eigner, die das Überleben des italienischen Flugzeugherstellers auf Dauer sichern. Der Investor Mubadala aus Abu Dhabi stieg im vergangenen November aus und das Unternehmen musste Insolvenz anmelden.

Fünf potenzielle Käufer im Rennen

Der beauftragte Insolvenzverwalter hat inzwischen fünf potentielle Käufer aus drei Kontinenten ausgemacht, die im vergangenen Jahr aus 19 Bewerbern ausgewählt wurden. Sie haben bis 5. März 18.Uhr Zeit ihre konkreten Kaufangebote abzugeben. Die Verhandlungen sollen voraussichtlich nicht länger als einen Monat dauern.

Es kommt nun darauf an, welcher der fünf potenziellen Kaufinteressenten vom Insolvenzverwalter ausgewählt wird, der dann nach der Pandemie auch wieder neue Aufträge generieren kann.