Das Land «in der Weid» stellte sich bei der Gründung der Basis Lauterbrunnen vor 50 Jahren als idealer Ort dar, schreibt die Air-Glaciers in einer Mitteilung. Zu Beginn wurde die Alouette III im Freien stationiert und jeweils abends abgedeckt. Sämtliche Wartungsarbeiten am Helikopter fanden unter freiem Himmel statt, was sich je nach Wetterlaune interessant gestalten konnte. Anfang 1972 wurden der erste Hangar sowie der Landeplatz geplant und am 6. Oktober 1973 eingeweiht. Die Nachfrage im Transportbereich steigerte sich stetig, so dass im Herbst 1975 die Alouette III mit einer leistungsstärkeren SA 315b LAMA ersetzt wurde. In den folgenden Jahren wurde die Flottengrösse stets dem Bedarf angepasst. Der Personalbestand erhöhte sich somit ständig. Dies führte im 1989 zum Bau einer Tankanlage mit einem Fassungsvermögen von 30‘000 Litern und 1990 zum Anbau eines zweiten Hangars, wie Air-Glaciers weiter ausführt.

Innovationen entstanden in Lauterbrunnen

Aus heutiger Sicht kaum mehr denkbar, wurden die ersten Rettungen nur durch den Piloten, einem Flughelfer und bei Bedarf mit einem Bergführer ausgeführt. Situativ musste improvisiert, Abläufe erarbeitet und entwickelt werden. Laut Air-Glaciers eine spezielle Entwicklung war der Rettungskorb, mit dem Retter unten am Helikopter hängend direkt zur Unfallstelle im steilen oder unzugänglichen Gelände eingeflogen werden konnten. Ab 1987 durfte man auf die Mithilfe vom Flugarzt Bruno Durrer zählen, welcher sich mit einer eigenen Hausarztpraxis in Lauterbrunnen stationiert hatte.

Kuhtransporte im Netz

Das Kuhnetz, um verletzte Tiere zu fliegen, hatte seine Anfänge im Lauterbrunnental. Nach einem Transport einer Kuh in einem Lastennetz, entwickelte man das speziell für Tierrettungen konzipierte Netz, so wie es heute in seiner Grundform eingesetzt wird. Zum Evakuieren von Personen in blockierten Luftseilbahnen wurde die «Jules Verne», eine Rettungsgondel, welche heute im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern ausgestellt ist, gebaut. Alle Abläufe, Standards und Systeme, die heute eingesetzt werden, haben ihren Ursprung aus den Erfahrungen und der Pionierarbeit von damals, führt Air-Glaciers aus.

Der Pioniergeist soll weiterleben

Die Air-Glaciers sei bestrebt, auch in der Zukunft eine wichtige Rolle im Helikoptergeschäft zu spielen und den früheren Pioniergeist in die Zukunft zu tragen, teilt das Unternehmen mit. Heute sind auf der Basis in Lauterbrunnen 18 Festangestellte und ebenso viele Aushilfen und Freelancer beschäftigt. Der Rettungshelikopter ist während 24 Stunden an 7 Tagen einsatzbereit und seit diesem Winter mit einer 90-Meter Rettungswinde ausgerüstet. Stetig werden laut Air-Glaciers Nachwuchspiloten und Helikoptermechaniker in Lauterbrunnen ausgebildet, um auch für die kommenden 50 Jahre gewappnet zu sein.

Ab dem Heliport Lauterbrunnen werden TransportflügeRundflüge, Flüge für Heliskiing und Skydiving sowie Rettungsflüge durchgeführt. Im Frühjahr 2022 ist ein Tag der offenen Tür auf dem Heliport geplant, bei dem dieses geschichtsträchtige Ereignis gefeiert wird.