Mithilfe von Simulation lassen sich neue Funktionen operativ auf ihre Sicherheit testen, und zwar auch in Szenarien, für die ein Flugtest gar nicht möglich wäre, etwa bei schwerwiegenden Systemausfällen oder Fehlern, einer Überlastung der Avionikbusse (digitale Schnittstellen Anm. der Red.) oder extremen Wetterbedingungen. Damit hilft die Simulation nicht nur bei den Tests in der Entwicklung, sondern auch bei der Zulassung der Flugzeuge.

Möglichkeit frühzeitiger Validation

Doch die Simulation ist auch in puncto Wirtschaftlichkeit von Vorteil, da sie es ermöglicht, die Geräte und Software bereits in sehr frühen Projektphasen konzeptionell zu validieren – nicht erst am Ende der Entwicklung, denn dann verursacht eine notwendige Änderung bisweilen bis zu zehnmal höheren Kosten. Darüber hinaus lässt sich mit der Simulation auch die Dauer der Flugtests verkürzen, die einen erheblichen Teil der Gesamtkosten eines Projekts ausmachen.

Anpassungsfähige Lösung

Die bei dem ATR-System zum Einsatz kommende ALYSA-Lösung basiert auf Erfahrungen, die Hensoldt Nexeya France bei der Validierung von Fly-by-Wire-Technologien (für die elektronische Flugzeugsteuerung) verschiedener Flugzeugbauer gesammelt hat. Der Prüfstand ist vollmodular aufgebaut und skalierbar. So kann er langfristig an alle künftigen Entwicklungen angepasst werden. Die Lösung kommt auch in anderen Industriezweigen zum Einsatz, etwa bei Zügen. Sie ist völlig offen und ermöglicht die Einbindung zusätzlicher Funktionen, beispielsweise einer 3D-Engine. So können Testpiloten sich ans Steuer eines mit neuen Funktionen ausgestatteten Flugzeugs setzen, während die Entwicklung noch in vollem Gang ist.