Taiwan wird seit Jahren mit amerikanischen Rüstungsgütern beliefert, so auch 1992, als 100 Kampfflugzeuge des Typs F-16 an den Inselstaat ausliefert wurden. Die USA unterhält allerdings keine offiziellen Beziehungen zum kleinen Inselstaat. China sieht Taiwan nach wie vor als abtrünnige Provinz des grossen Reiches an. Umgehend nach Bekanntwerden geplanten Lieferung der F-16 an Taiwan drohte Peking mit Konsequenzen.

«Schwere Verletzung von Vereinbarungen»

Am 20. August gab US-Präsident Donald Trump bekannt, dass er der Lieferung von 66 Kampfjets vom Typ F-16  sowie 75 Triebwerken im Wert von 8 Milliarden Dollar zustimme. Für den Deal hatten sich Kongressabgeordnete beider Parteien stark gemacht. Ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums hatte die Waffenlieferungen der USA an Taiwan als «schwere Verletzung von Vereinbarungen zwischen Peking und Washington und als schwere Einmischung in Chinas innere Angelegenheiten» kritisiert.

Erfolgsserie für F-16 setzt sich fort

Die für Taiwan bestimmten Flugzeuge kommen aus dem Hause Lockheed Martin. Nach mehr als 4600 gefertigten F-16 setzt der F-16V die Erfolgsserie fort. Auch Südkorea besitzt 140 Maschinen dieses Typs. Zuletzt bestellte die Slowakei den F-16, der auch als Block 70/72 bezeichnet wird.

F-16 V ist eine verbesserte Weiterentwicklung mit APG-83 Radar, neuem Raytheon Missionscomputer sowie weiteren Systemverbesserungen. Es besteht die Option, entweder bereits vorhandene Maschinen auf den neuen Standard aufzurüsten oder komplett neue F-16V zu bauen. Die zusätzlich durch Taiwan bestellten Triebwerke dürften daher auch für die Umrüstung der älteren Maschinen gedacht sein.