Die Fluggesellschaft People’s kämpft mit wirtschaftlichem Gegenwind. Wie das Unternehmen mitteilt, fokussiert sich die Airline künftig auf das «etablierte und beliebte Angebot in St.Gallen-Altenrhein». Mit dieser Strategie will People’s auf Qualität anstatt Quantität setzen und ein langfristiges und stabiles Nischenprodukt anbieten. Die saisonalen Urlaubsflüge ab den Flughäfen Memmingen, Bern, Salzburg und Wien sollen dagegen nicht mehr angeboten werden. «In einer Ganzjahresbetrachtung kann Letzteres aufgrund der insgesamt anspruchsvoller werdenden Rahmenbedingungen nicht rentabel betrieben werden», schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung.
Unsichere Auswirkungen politischer Entscheide
People’s verbindet vom eigenen Flughafen in St.Gallen-Altenrhein die Regionen Vorarlberg, Ostschweiz und Liechtenstein mehrmals täglich mit Wien und fliegt zusätzlich beliebte Feriendestinationen an. Dazu steht eine Maschine vom Typ Embraer 170 im Einsatz. «Diese Angebote erfreuen sich einer stetig steigenden Nachfrage und sind bei den Gästen sehr beliebt», betont die Airline. Eine zweite Maschine gleichen Typs setzte People’s bisher für saisonale Urlaubsstrecken ab den Flughäfen Memmingen, Bern, Salzburg und Wien ein. Die Entwicklung zeige allerdings, dass sich dieses Angebot auf lange Sicht nicht rentabel betreiben lasse. Hinzu kämen anspruchsvoller werdende Rahmenbedingungen: «Ab nächstem Jahr reduzieren sich die Kostenbeiträge des Bundes für die Flugsicherung substantiell. Darüber hinaus laufen politische Diskussionen darüber, welche der elf Schweizer Regionalflughäfen vom Bund künftig noch unterstützt werden sollen», hält Poeple's fest. Es sei nicht auszuschliessen, dass auch der Flughafen St.Gallen-Altenrhein von den Kürzungen des Bundes betroffen sein könnte. Gleichzeitig sei noch offen, ob und wieweit die kürzlich beschlossene CO2-Abgabe auf Flugtickets respektive den Flugverkehr tatsächlich erhoben und damit die Passagier- bzw. Bewegungszahlen negativ beeinflussen werde.
«Unser Fokus liegt auf dem Kerngeschäft»
Die Unternehmensführung habe sich laut Mitteilung in den letzten Monaten intensiv mit diesen Entwicklungen befasst und sei zum Schluss gekommen, sich strategisch auf das Kernangebot ab St.Gallen-Altenrhein zu fokussieren. Thomas Krutzler, CEO der People’s Air Group, sagt zum Entscheid: «Wir wollen uns finanziell nachhaltig auf Entwicklungen in unserer Branche einstellen. Wir folgen dabei konsequent unserer Devise, dass wir als Nischencarrier auf Qualität statt Quantität setzen. Unser voller Fokus liegt auf dem Kerngeschäft. Das Augenmerk gilt zukünftig einzig und allein unserer Hauptverbindung nach Wien und den Urlaubsangeboten ab St.Gallen-Altenrhein».
Flugangebot ab St.Gallen-Altenrhein bleibt unverändert
«Diese Entwicklungen haben uns in unseren Überlegungen zurück zu den Wurzeln geführt», sagt Thomas Krutzler, CEO der Poeple's Air Group. Von Anfang an sei es die Idee von People’s gewesen, als regionaler Dienstleister ein stabiler Partner für die heimische Wirtschaft zu sein. «Dafür besteht ein ungebrochen grosser Bedarf und darauf werden wir uns in Zukunft konzentrieren, um weiter in gewohnter Qualität für unsere Gäste da sein zu können. Deshalb bleibt das Flugangebot nach Wien unverändert und auch die stark nachgefragten Ferienflüge ab St. Gallen-Altenrhein sind weiter im Programm».
Fünf Mitarbeitende betroffen
Sehr schwer gefallen sei People’s die mit den Änderungen verbundenen Kündigungen von fünf Mitarbeitenden. «Wir sind uns bewusst, dass damit eine sehr belastende Zeit für die betroffenen Mitarbeitenden, aber auch deren Kolleginnen und Kollegen beginnt», sagt Thomas Krutzler. Um die Auswirkungen so gut wie möglich abzufedern, wurden flankierende Massnahmen gesetzt: Die betroffenen Mitarbeitenden werden auf Wunsch dabei unterstützt, mit anderen Airlines zeitnah und unbürokratisch in Verbindung zu treten. Dort sei die Nachfrage nach qualifiziertem Personal gross. Neben der Unterstützung der Personalabteilung benennt People’s zusätzlich zwei unabhängige Vertrauenspersonen, die den Betroffenen auf Wunsch beratend zur Seite stehen. Und schliesslich stehe die Unternehmensführung im Rahmen von internen Informationsveranstaltungen oder individuellen Gesprächen allen Mitarbeitenden zur Verfügung.
Aus Verantwortung für das Unternehmen
«Wir sind zuversichtlich, dass alle betroffenen Mitarbeitenden eine gute Anschlusslösung finden werden. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie über hohe Qualifikationen verfügen und täglich grosses Engagement und Leidenschaft für die Arbeit zeigen», so Thomas Krutzler. Wenn ab dem kommenden Jahr das Angebot reduziert werde, dann geschehe das ausschliesslich aus Verantwortung für das Unternehmen. «Nur mit Weitsicht und dem gebotenen Augenmass wird es möglich sein, People’s zukunftsfähig zu erhalten und langfristig die gewohnte Qualität bieten zu können.»
Über People's
Die People’s Holding AG (auch People’s Air Group genannt) umfasst die österreichische Fluglinie People’s (Altenrhein Luftfahrt GmbH), den Flughafen St.Gallen-Altenrhein (Altenrhein Airport AG) und Altenrhein Realco AG (Immobilien). Die Altenrhein Luftfahrt GmbH mit Hauptsitz in Wien und Zweigniederlassung in Altenrhein betreibt seit 2011 die Fluglinie People’s. Die Regionalfluglinie operiert mehrmals täglich nach Wien und während den Sommermonaten zu attraktiven Urlaubszielen. Der People’s Airport St.Gallen-Altenrhein wird von der Airport Altenrhein AG betrieben und ist der Regionalflughafen für die Ostschweiz, Vorarlberg und Liechtenstein. Rund 140‘000 Passagiere nutzen jährlich den Flughafen am Bodensee.