Da staunten etliche Passanten in der deutschen Bundeshauptstadt am 24. Mai nicht schlecht, als plötzlich ein grosser Zeppelin über dem ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof auftauchte und später zur Landung am eigentlich stillgelegten Berliner Flugplatz Gatow ansetzte. Dort bleibt der Riese bis am heutigen 27. Mai.
Zeppelin über dem Formel-E-Grandprix
Dass dieser Sonderflug möglich ist, hat mit dem Automobilzulieferer ZF aus dem deutschen Friedrichshafen zu tun. Der Konzern entwickelt und produziert elektrische Antriebe vom E-Bike über die Formel-E-Boliden bis hin zum Hybrid-Pkw. Der Bodensee-Zeppelin ist deshalb über den Formel-E-Grandprix der Elektrorennwagen geflogen. Der fand am 25. Mai auf dem Gelände des einstigen Flughafens Tempelhof statt. Damit ist der Zeppelin bereits zum dritten Mal nach 2003 und einem kurzen Gastspiel 2016 für eine Forschungsmission zu Gast in Berlin.
Für die Zuschauer am Flugplatz Gatow ist der An- und Abflug des Zeppelin jedesmal eine Attraktion. Bei CAVOK ist er auch mitten über Berlin zu sehen. Dort fliegt er während des Formel-E-Grandprix über dem Rennkurs in Tempelhof. Heute (27. Mai) geht es dann weiter ins deutsche Rheinland. Dort bleibt der Zeppelin einige Tage zu Rundflügen über Köln, Bonn und Düsseldorf, bevor er wieder zurück an den Bodensee fliegt.
Der Unterschied zwischen Zeppelin und Blimp
1997 startet der Zeppelin NT (das NT steht für Neue Technologie) seine Flugerprobung. Zwar sind bereits seit den 1960er Jahren auch Luftschiffe am Himmel zu sehen, aber sie sind keine Zeppeline. Denn nur dieser hat ein festes Innengerüst, an dem die drei 200-PS-Lycoming und die Gondel befestigt sind. Alle anderen sind sogenannte Blimps, also Pralluftschiffe. Bei ihnen gibt es kein stabilisierendes Alu-Skelett. Sie erhalten ihre Form und Stabilität allein durch ihre Aussenhaut. Deshalb sind bei ihnen die Motoren auch nicht an der Hülle befestigt, sondern an der Gondel.
Ihnen gegenüber ist der Zeppelin NT im Vorteil. Denn er besitzt eine sogenannte Schubvektorsteuerung. Mit deren Hilfe erhöhen zwei Propeller am Heck die Manövrierbarkeit. Dadurch kann die Bodenmannschaft deutlich kleiner ausfallen als bei einem Pralluftschiff.