Am 30. Juni hat die Vergabeabteilung des österreichischen Verteidigungsministeriums fristgerecht ein Angebot der US Defense Security Cooperation Agency (DSCA) zum Ankauf von zwölf UH-60M Black Hawk des Herstellers Sikorsky (nunmehr im Lockheed-Martin-Konzern) sowie 26 Triebwerken akzeptiert und unterzeichnet. Der sogenannte «Letter of Acceptance» ist der letzte formelle Schritt vor dem endgültigen Kaufvertrag. Für diesen bleiben in der Regel 60 bis 90 Tage Zeit. Es war aber jene Frist einzuhalten, um sie im 10. Rahmenvertrag der US-Armee, der 120 Stück bis 2027 umfasst, zu inkludieren und dadurch von tieferen Preisen profitieren zu können. Auch Schweden hat von diesem Rahmenvertrag profitiert und für zwölf Black Hawk Modell «Mike» unterzeichnet.

Auslieferung ab 2028 

Die Beschaffung von zwölf  Sikorsky UH-60M Black Hawk für die österreichischen Luftstreitkräfte erfolgt über das Foreign Military Sales (FMS) Program der US-Armee in Kooperation mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Das Gesamtpaket mit einem geplanten Budgetrahmen von 715 Mio. € umfasst die Luftfahrzeuge mit den logistischen Leistungen, Missionsausrüstung sowie die erforderlichen Ausbildungen für Piloten und Techniker. Die neuen mittleren Transporthubschrauber werden in Hörsching stationiert sein und sollen für zumindest 30 Jahre den österreichischen Luftstreitkräften zur Verfügung stehen. Die Auslieferung der Helikopter ist für 2028 geplant.

Verbesserung der Wehrfähigkeit

«Mit dem Ankauf der UH-60M Black Hawk machen wir einen bedeutenden Fortschritt in der Verbesserung unserer Einsatzfähigkeit. Diese vielseitigen Luftfahrzeuge sind ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten. Sie werden uns in vielfältigen Einsatzszenarien, insbesondere in herausfordernden Gebirgsregionen und unter extremen Wetterbedingungen, von unschätzbarem Wert sein», wird Verteidigungsministerin Klaudia Tanner in einer Mitteilung zitiert. «Mit dieser Investition unternehmen wir einen weiteren entscheidenden Schritt, um die Einsatzbereitschaft unserer Streitkräfte zu gewährleisten und die Sicherheit nachhaltig zu steigern.» Sie seien stolz darauf, in die Zukunft des Bundesheeres zu investieren und den Soldatinnen und Soldaten die bestmöglichen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Zwei-Flotten-Strategie in Zukunft

Zurzeit werden intern Details wie etwa Umfang und Art der Selbstschutzausrüstung definiert. Die beiden letzten der neun seit 2003 von den österreichischen Luftstreitkräften betriebenen S-70A42 (UH-60L) sind vor kurzem in Alabama bei ACE-Aeronautics zur Cockpit-Modernisierung «Ace Deck»/Garmin 5000H eingetroffen. Ebenso werden dort die drei zusätzlichen Versionen «Lima», aus ehemaligen US-Beständen übernommen,  auf denselben Stand gebracht. Die bestehenden zwölf Black Hawk sollen dann zusammen mit den zwölf neu bestellten «Mike»-Versionen und den 36 bis 2028 eintreffenden Leonardo AW149, welche die jüngst verabschiedeten Alouette III ablösen, in einer künftigen Zwei-Typen-Flotte  betrieben werden und alle Agusta Bell AB-212 und Bell OH-58 «Kiowa» ersetzen. 

Über den Black Hawk UH-60M Modell «Mike»
Der Black Hawk ist ein sehr zuverlässiger und aufgrund seiner Vielseitigkeit legendär gewordener Transporthelikopter. Seit seiner Lancierung 1974 wurde dieser Helikoptertyp vielfach verbessert und der technischen Weiterentwicklung angepasst. Neue Strukturen und Systeme verliehen dem UH-60 «Mike»-Modell mehr Auftrieb und Reichweite, verbesserte Flugeigenschaften, erhöhte Einsatzbereitschaft und ein integriertes Cockpit mit digitaler Konnektivität. Die Einsatzmöglichkeiten des Sikorsky UH-60M Black Hawk umfassen Lufttransport (Personal, Material), Patiententransport, Evakuierungen, Einsatz von Spezialeinsatzkräften, Absetzen von Fallschirmspringern sowie Brandbekämpfung aus der Luft. Der Black Hawk hat eine Reichweite von etwa 590 Kilometern, die sich mit aussen anbringbaren Zusatztanks bis auf rund 2200 Kilometer erweitern lässt. Er erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 300 km/h und die maximale Flughöhe liegt bei rund 6000 Metern. Weitere Bestellungen für die Version «Mike» liegen aus Brasilien, Griechenland und Australien vor. Erster Auslandskunde war Bahrain.