Flughäfen und Flugsicherungsunternehmen haben im Vorfeld der Air Defender befürchtet, dass die Übung zu grösseren Behinderungen und damit zu erheblichen Verspätungen im zivilen Flugverkehr führen könnte. Nun zeigt sich, dass die Auswirkungen bislang kaum spürbar sind.
Mehr Personal im Einsatz
Die DFS Deutsche Flugsicherung schreibt, sie habe ihr Personal für die Dauer der Übung um ungefähr 20 Prozent aufgestockt. In einer Koordinationszentrale begleitet die DFS das Manöver. Mehrfach täglich treffen sich dort Experten der zentralen Flugsicherungsbereiche mit örtlichen Vertretern der Flugsicherungsbetriebe. Beteiligt sind auch die Luftwaffe, das Bundesverkehrsministerium sowie das Maastricht Upper Area Control Center (MUAC). Die Gruppe beobachtet und optimiert gemeinsam Übungsabläufe. Dank dieser engen und professionellen Zusammenarbeit aller beteiligten Parteien und der massiven Personalaufstockung der DFS konnten die Auswirkungen auf den Zivilverkehr auf ein Minimum reduziert werden.
Verspätung pro Flug im Minutenbereich
Die Prognosen des Network Manager von EUROCONTROL rechneten für Air Defender mit täglichen Verspätungen von rund 55’000 Minuten. Dieser Wert wurde jedoch deutlich unterschritten. In der ersten Übungswoche lagen die durch Air Defender verursachten Flugverspätungen im Bereich um 22’000 Minuten pro Tag. Zum Vergleich: An Sommertagen mit Gewittern summieren sich Verspätungen im deutschen Luftraum auf bis zu 50’000 Minuten. Die An- und Abflugpünktlichkeit an den deutschen Flughäfen sei durch die Air Defender kaum beeinträchtigt gewesen, so die DFS. Die Verspätung pro Flug lag im einstelligen Minutenbereich.
Mehr als 750 militärische Flüge am deutschen Himmel
Beim Luftwaffen-Manöver Air Defender 2023 absolvierten die militärischen Teilnehmer ein umfangreiches Übungsprogramm mit täglich bis zu 220 Flügen. Insgesamt waren in den vergangenen vier Tagen in den reservierten Lufträumen Nord, Süd und Ost mehr als 750 militärische Flüge unterwegs. Diese führte die DFS zu den vorab reservierten Übungsgebieten und wieder zurück. Dabei kommt der DFS ihre Expertise als zivil-militärisch-integrierte Flugsicherung zugute. Außerdem führen die Lotsinnen und Lotsen den zivilen Flugverkehr um die militärisch genutzten Lufträume herum.