Um seine Angestellten in den Terminals und in der Gepäckabfertigung zu entlasten, hat der Amsterdamer Flughafen die sogenannten «Flamingos» ins Leben gerufen. Sie sind eine feste Gruppe von Büroangestellten des Flughafens, die in der Zeit vom 1. Juli bis zum 4. September mindestens einmal pro Woche bei der Passagier- oder Gepäckabfertigung helfen. Für die Reisenden sind sie in leuchtend rosa Westen zu erkennen. Nun haben sich auch Mitarbeiter von Partnerfirmen des Flughafens den Flamingos angeschlossen. Bevor sie den Passagieren gegenüberstehen, werden sie umfassend geschult. Patricia Vitalis, Direktorin für den Flughafenbetrieb, freut sich über die zusätzliche Unterstützung. «Es ist herzerwärmend zu sehen, dass viele Büroangestellte unserer Partner im Terminal aushelfen wollen. Wir nehmen diese Hilfe gerne mit beiden Händen an. Das hilft nicht nur den Reisenden, sondern entlastet auch unser Personal.
Perspektivenwechsel
Joshi arbeitet normalerweise in der Personalabteilung. Jetzt steht er auch in der Abfertigungshalle und weiss auf die vielen Fragen von Passagieren eine Antwort. Er verkürze auch ihre Wartezeit, meint er und bemerkt, dass es ihm unangenehm ist, wenn Menschen manchmal derart lange warten müssen. Ist es also nur psychologische Unterstützung, welche die Büroangestellten derzeit leisten? Nicht ganz: Wer körperlich fit genug ist, wird auch in der Gepäckabteilung eingesetzt. Buchhalter Anne Willem kommt in den Genuss eines solchen Perspektivenwechsels. Dieser beinhaltet nicht nur die körperlich anstrengende Tätigkeit, sondern auch völlig andere Arbeitszeiten, als er sie bisher kannte.
Früher in der Gepäckabfertigung
Neben den Flamingos wurde vor kurzem auch das sogenannte «Welcome Team» neu aufgestellt. Dieses Team besteht seit 2016 und ist eine Gruppe von mehr als 30 Freiwilligen im Alter zwischen 33 und 84 Jahren. Dieses Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, Reisende willkommen zu heissen, ihnen den Weg zu zeigen oder ein offenes Ohr zu haben. Viele von ihnen sind ehemalige Flughafenmitarbeiter im Ruhestand, die sich noch nicht von Schiphol verabschieden mochten. Etwa der 75-jährige Peter, der sich früher beruflich um das Gepäck der Passagiere gekümmert hat. Heute ist er dafür besorgt, dass Passagiere sich am richtigen Schalter anstellen und den Weg zu ihrem Gate finden. Er und seine Kolleginnen und Kollegen freuen sich, dass sie noch gebraucht werden und haben offensichtlich Spass an der Beschäftigung.
Interessante Flughafenberufe
Gut möglich, dass sich der eine oder andere Personalassistent oder Buchhaltungsangestellte für eine oder andere Tätigkeit im Passagierbereich begeistern lässt. Die Tätigkeiten sind vielfältig und reichen vom Check-In bis zum Sicherheitscheck. Eines haben sie gemeinsam: Sie erfordern ein kommunikatives, bestimmtes und gleichzeitig freundliches Auftreten und natürlich Fremdsprachenkenntnisse. Henna arbeitet als Security Coach vor dem Sicherheitscheck. In einem freundlichen Ton und mit viel Empathie instruiert sie Reisende und gibt Tipps, wie sie sich auf die Sicherheitskontrolle vorbereiten, damit diese speditiv und angenehm verläuft und die Warteschlange nicht noch länger wird, als sie bereits ist.