Die neuste Prognosse von Eurocontrol über die mögliche Entwicklung des Luftverkehrs in Europa in den kommenden fünf Jahren basiert auf drei Szenarien. Im optimistischsten Szenario wird prognostiziert, dass der Verkehr bis 2024 wieder auf das Niveau von 2019 zurückkehren wird. Im zweiten und wahrscheinlichsten Szenario würde der Verkehr im Jahr 2024 jedoch nur 92% des Niveaus von 2019 erreichen. Im dritten Szenario würde das Verkehrsaufkommen im Jahr 2024 75% des Wertes von 2019 betragen und erst 2029 die Zahlen von 2019 erreichen.
Nicht vor 2024
«Selbst im positivsten Szenario erwarten wir eine Erholung auf das Niveau von 2019 nicht vor 2024. Es besteht eine sehr reale Aussicht, dass diese Erholung sogar noch länger dauern könnte, vielleicht sogar bis 2029», kommentierte Eamonn Brennan, Generaldirektor von Eurocontrol die Prognose. Dies sei ein katastrophales Bild für die Luftfahrtindustrie und zeige deutlich, warum es für die Staaten so wichtig ist, konsistente und kohärente Massnahmen zu ergreifen, um die Luftfahrtindustrie zu unterstützen und den Passagieren das Gefühl zu geben, wieder sicher zu fliegen.
Drei Hauptszenarien
Szenario 1 – Impfstoff Sommer 2021: Der Impfstoff wird bis zum Sommer 2021 für Reisende in grossem Umfang verfügbar gemacht (oder Ende der Pandemie). Der Verkehr kehrt erst 2024 wieder auf den Stand von 2019 zurück.
Szenario 2 – Impfstoff Sommer 2022: Der Impfstoff wird im Sommer 2022 für Reisende in grossem Umfang verfügbar gemacht (oder Ende der Pandemie). Der Verkehr kehrt erst 2026 wieder auf den Stand von 2019 zurück.
Szenario 3 –- Impfstoff nicht wirksam: Anhaltende Infektionen und geringes Vertrauen der Reisenden. Der Verkehr kehrt erst 2029 wieder auf das Niveau von 2019 zurück.
Mit Vorbehalten
Die Prognosen zeigen, dass die Entwicklung des Luftfahrtsektors stark davon abhängt, wie schnell ein wirksamer Impfstoff allgemein verfügbar ist und wie gross das Vertrauen der Öffentlichkeit ist. Eamonn Brennan meinte dazu: «Vorhersagen sind nie einfach, und natürlich ist es bei dieser Gelegenheit aufgrund des sehr volatilen Umfelds eine noch grössere Herausforderung. Prognosen sind aufgrund der sich entwickelnden COVID-19-Situation mit grösseren Vorbehalten verbunden als normal.»